Geschichte - Deutschland

Der Reichstag, Die 68er, Zwei Deutsche Staaten, Sonstiges

Reichstag

Am 5.3.1933 war die letzte Reichstagswahl mit mehreren Parteien (NSDAP 288 Sitze oder 44%)

Auch nach der "Machterschleichung" ("Machtergreifung" war ein NS-Terminus, daher sollte man ihn eigentlich nicht benutzen. Erschleichung trifft auch die historische Wirklichkeit besser) gab es noch Reichstags"wahlen"

12.11.1933 Erste Reichstagswahlen im Einparteienstaat (92% für die NSDAP)

29.3.1936 "Reichstagswahlen" mit 99% Ja-Stimmen.

10.4.1938 Wahl zum Großdeutschen Reichstag (Ostmark 99,7 %, Altreich 99,2 % )

Und ganz umsonst saßen die Abgeordneten auch nicht herum, z.B. 1942 bestätigten sie Hitler als "Oberstern Gerichtsherrn".

Und nicht zu vergessen die Volksabstimmungen, die zur Bestätigung der Politik Hitlers durchgeführt wurden:

November 1933: Austritt aus dem Völkerbund (95 Prozent Ja-Stimmen)

August 1934: Zusammenlegung der Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers (89, 9 Prozent Ja-Stimmen).

April 1938: "Anschluss" Österreichs (99 Prozent Ja-Stimmen). 

Der Sprung, der Geschichte machte

Der am 15. August 1961 über die entstehende Berliner Mauer in den Westen springende DDR-Soldat war der 19jährige Conrad Schuhmann. Seine Waffe ließ er dabei noch auf Ostberliner Seite fallen.

Der Fotograf war der 20jährige Peter Leibing. Er ist inzwischen stellvertretender Foto-Chef beim "Hamburger Abendblatt".

1961 war er Volontär bei der "Conti-Press"-Foto-Agentur in Hamburg und wurde nach Berlin geschickt. Seine Kamera war eine "Exakta varex" - eine DDR-Kamera.

Nach dem er das Bild gemacht hatte (1h wartete der Fotograf auf das was der unruhige Soldat auf der DDR-Seite wohl vorhatte) wurde er mit zur Bild-Zeitung genommen, um den Film zu entwickeln.

Die Bild-Zeitung druckte das Bild am nächsten Tag.

Das war aber ein Problem, denn Peter Leibing war bei der Agentur fest angestellt.

Viele Jahre später wurde das Archiv der Agentur ans Hamburger Staatsarchiv verkauft.

Nach einem Prozess hatte man sich geeinigt: Der Fotograf besitzt das Copyright an seinem Bild, muss aber bei jeder Veröffentlichung dem Staatsarchiv der Hansestadt 50 Mark bezahlen.

Der Soldat Conrad Schuhmann hatte einst Schäfer gelernt, wurde aber später Maschinenführer bei Audi, und wohnte in Kipfenberg bei Nürnberg.

Am 20. Juli 1998 nahm sich Conrad Schuhmann in einem Schuppen hinter seinem Haus vermutlich aus privaten Gründen das Leben.

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Die 68er

Am 2. Juni 1967 war in Berlin eine Demonstration gegen den Staatsbesuch des Schahs Reza Pahlewi von Persien. Einer der Rufe der Demonstranten war: "Schah, Schah, Scharlatan."

Der Student Benno Ohnesorg wurde bei dieser Demonstration gegen den Staatsbesuch des Schahs erschossen.

Als die Polizei die Demonstration gewaltsam auflöste, flüchtete Benno Ohnesorg in einen Hinterhof.

Dort trifft ihn eine Kugel in den Hinterkopf (!)

Die Demonstrantin Friederike Hausmann versuchte als erste, ihm zu helfen. Benno Ohnesorg wurde noch ins Krankenhaus Moabit eingeliefert, starb aber dort.

Der Schütze war der Polizeiobermeister Karl-Heinz Kurras.

Karl-Heinz Kurras erklärte, er habe "in Notwehr" gehandelt (!)

Am 23. November 1967 wird Karl-Heinz Kurras von der Anklage der fahrlässigen Tötung freigesprochen.

Am 1. Juni 1967 gründeten Dieter Kunzelmann, Rainer Langhans, Fritz Teufel und andere die Kommune 1.

Unter den Talaren nach über 30 Jahren...

Das berühmteste Transparent der Studentenbewegung "Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren" wurde 1967 während der Rektoratsübergabe an der Uni-Hamburg enthüllt.

Die beiden Studenten, die das Plakat trugen, waren Detlef Albers und Gert Hinnerk Behlmer.

Der Spruch mit den Talaren stammte allerdings von Peter Schütt, der an der Uni Hamburg wissenschaftlicher Assistent war.

Da die Professoren den Text nicht lesen konnten, schritten sie weiter die Treppe hinunter (was blieb ihnen übrig?) und Albers und Behlmer trugen das Transparent vor ihnen her.

Allerdings rechneten die Teilnehmer (Professorenfrauen etc.) der Amtsübergabefeier mit "Ärger", denn einige hatten vorsorglich kleine zusammenfaltbare Regencapes mitgebracht.

Die Rektoratsübergabe und die Transparententhüllung war übrigens am 9. November (!!) 1967.

Detlef Albers, der eine Transparentträger, wurde inzwischen zu Prof. Dr. Detlef Albers an der Uni Bremen im Institut für Politikwissenschaft und SPD-Vorsitzender in Bremen.

Die Sprechzeiten von Prof. Albers im Wintersemester 2000/01 sind nach tel. Vereinbarung zu treffen. (Dieser Fakt mag kleinlich sein, aber Willi recherchiert schließlich gründlich ;-)

Gert Hinnerk Behlmer ist inzwischen Staatsrat bei der Hamburger Kultursenatorin.

Der Bremer Senator Willi Lemke (der ehemalige Werder Bremen Manager) war damals am 9. November 1967 im Hamburger Audimax auch mit dabei.

Willi Lemke war 1967 nämlich Sportreferent im Allgemeinen Studenten Ausschuß.

Das Transparent "Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren" hängt inzwischen im bayerischen Hauptstaatsarchiv.

Die Rote-Armee-Fraktion

Rote-Armee-Fraktion wurde von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof gegründet.

Bis 1972 konnten alles Mitglieder verhaftet und verurteilt werden. Allerdings war das auch z.T. recht einfach, da alle Mitglieder namentlich bekannt waren und Ulrike Meinhof sogar eine bekannte Journalistin war.

Im Juni 1974 begann die 2. RAF-Generation eine neue Serie von Anschlägen, die zur Befreiung der gefangenen Gründer führen sollte.

1977 wurden Generalbundesanwalt Siegfried Buback und der Bankier Jürgen Ponto ermordet. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände Hans-Martin Schleyer wurde entführt, ebenso die Lufthansamaschine "Landshut" (durch palästinensische Luftpiraten)

Mit den Entführungen sollte die Freilassung der in Stuttgart-Stammheim inhaftierten RAF-Genossen erpresst werden.

Mit der Erstürmung der "Landshut" in Mogadischu durch ein Kommando der GSG , der Ermordung Schleyers und dem Selbstmord der inhaftierten RAF-Gefangenen endete der "heiße Herbst".

Durch die Hilfe des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR konnten in den 1980er-Jahren mehrere RAF-Aussteiger in der DDR untertauchen.

1992 kam es zur "vorläufigen" Gewaltabsage der RAF und 1998 verkündete sie ihre Selbstauflösung.

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Zwei Deutsche Staaten

In der DDR gab es keine (bundes-)deutsche Botschaft, sondern nur eine "Ständige Vertretung", da Westdeutschland die DDR nie offiziell anerkannt hat.

An der deutsch-deutschen Grenze sind von 1948 bis 1989 957 Menschen umgekommen.

Erich Mielke (der Stasi-Chef der DDR) war gelernter Transportkaufmann.

Der erste Deutsche im All war 1978 Sigmund Jähn für die DDR und den Sozialismus. Er war damals 41 Jahre alt und schon Großvater.

Dresden

Die Dresdner Frauenkirche wurde von 1726-1743 erbaut.

Infolge eines alliierten Bombenangriffs am 13.2.1945 brannte die Dresdner Frauenkirche aus, blieb aber stehen.

Durch die Gluthitze brach der Dom dann am 15.2.1945 dann doch zusammen.

1948-1949 sicherte der Dresdner Professor Hans Nadler 856 Trümmerstücke für den Wiederaufbau, allerdings wurde die Hälfte der Teile in der Elbuferbefestigung verbaut. 1992 wurden dann die restlichen verwertbaren Trümmer erfasst, vermessen und in einer Datenbank gespeichert. 8390 Teile konnten so archiviert werden.

Zeitungen

Die erste Tageszeitung der Welt erschien am 1. Juli 1650 in Leipzig. Die "Einkommenden Zeitungen" existierten zwar schon länger, erschienen aber nur 4 x wöchentlich, ab dem 1. Juli entschloss sich der Leipziger Drucker Timotheus Ritzsch seine Zeitung sechsmal die Woche herauszugeben, damit erst entsprach sie einer echten "Tageszeitung".

Die Tageszeitung von Ritzsch hatte vier Seiten im A-5-Format, die ausschließlich mit politischen Meldungen gefüllt war. Sie wurde in einer Auflage von rund 200 Exemplaren an Abonnenten in Leipzig und Umgebung sowie im Ausland verkauft.

Zu den Abonnennten gehörte sogar das schwedische Königshaus.

Die allererste gedruckte Zeitung überhaupt erschien 1605 in Straßburg

Hamburg

Hamburg erhielt am 7. Mai 1189 das Privileg zur freien Elbschiffahrt und- fischerei und Zollfreiheit. Die Urkunde dazu liegt im Hamburger Staatsarchiv und stammt aus dem Jahre 1265.

Die Hamburger fertigten die Urkunde damals selber an.

Allerdings fälschten die Hamburger die Urkunde nur deswegen, weil Kaiser Friedrich Barbarossa sie nicht mehr rechtzeitig hat ausstellen können.

1189 traf der Graf von Staufenberg den Kaiser nämlich in Neuburg an der Donau und erhielt die Privilegien. Leider machte sich Barbarossa vier Tage später auf einen Kreuzzug auf und ertrank beim Baden.

Die Urkunde wurde aber erst 76 Jahre später benötigt, als die Stadt Stade von den Hamburgern Zölle verlangte.

Bis ins 19. Jahrhundert wurde von den Hamburgern auch ganz eisern an der Echtheit der Urkunde festgehalten, denn sie hatten die Befürchtung, daß die Privilegien noch nach Jahrhunderten einkassiert werden konnten.

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Sonstiges

Mit der Bezeichnung Freistaat Bayern entsteht der Eindruck, die Bayern wären etwas Besonderes. Aber nach der Revolution von 1919 hatten viele deutsche Bundesländer solche Namen.

So war Hessen von 1919-1945 "Volksstaat Hessen". Hessen war damals noch anders gegliedert. So gehörten Mainz und Worms zum "Volksstaat Hessen" (heute Reinland-Pfalz) und Darmstadt (heute immer noch in Hessen) war Landeshauptstadt. Das heutige Nordhessen war gehörte zu Preussen mit der preussischen Provinz Hessen-Nassau. Die frühere freie Reichstadt Frankfurt war damals ebenfalls Preussen.

Dann gab es noch den "Freien Volksstaat Württemberg" mit der Hauptstadt Stuttgart, den "Freistaat Baden" mit der Hauptstadt Karlsruhe.

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Am 31. Dezember 1619 war Hamburg Deutschlands größte Stadt. Es werden 40.000 Einwohner geschätzt, 10.000 davon sind Ausländer.

Die erste Wahl zum Deutschen Bundestag war am 14.8.1949, die zweite am 6.9.1953.

Die Kosten der Besatzung verschlangen etwa 40% des deutschen Bruttosozialproduktes in den Nachkriegsjahren.

Am 9. November 1918 wurden in Deutschland zwei Republiken ausgerufen: Eine von Philipp Scheidemann (Republik) und eine Karl Liebknecht (Räterepublik).

Seife und Bürste sind eine Erfindung der Germanen.

Die Germanen waren nicht einheitlich blond. Allerdings blichen sie ihre Haare, damit sie im Kampf möglichst gleich aussahen. Und dies ergab in den Berichten der römischen Gegner die Legende der blonden Barbaren.

Der erste preußische König war Friedrich III. von Brandenburg, nachdem er sich 1701 selber gekrönt hatte. Vorsichtshalber nannte er sich anfangs Friedrich I., König "in" Preußen.

Wer waren die Kurfürsten?

So nannte man im heiligen römischen Reich seit dem 13. Jahrhundert die zur Königswahl berechtigen Fürsten. "Küren" = "wählen".

Kurfürsten waren die Erzbischöfe von Trier, Mainz und Köln, der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg, später auch der König von Böhmen. Aber die Zusammenstezung dieses hohen Rates wechsele im Laufe der Jahrhunderte.

Die Rechte der Kurfürsten wurden unter Anderem in der Goldenen Bulle festgelegt. Dieses Dokument aus dem Jahre 1356 ist eine der wichtigsten Verfassungsurkunden des Hl. Rýmischen Reiches,

Die Rechtsvorschriften im "Sachsenspiegel", einer Sammlung, mittelalterlichen Rechtsvorschriften sagt zur Königswahl u.a:

  • Die aber zuerst bei der Wahl genannt sind, sollen nicht nach ihrem Mutwillen wählen, sondern wen alls Fürsten zum König erwählen, den sollen sie zuerst namentlich wählen ...

  • Einen lahmen und aussätzigen Mann noch einen, der mit Recht in des Papstes Bann gekommen ist, darf man nicht zum König wählen ...

  • Wenn aber die Deutschen einen König wählen und er zur Weihe nach Rom zieht, so sind die sechs Fürsten, die bei der Wahl des Reiches die ersten sind, verpflichtet, mit ihm zu fahren ..., damit dem Papst des Königs rechtmäßige Wahl bezeugt werde.

Die erste feste Rheinbrücke wurde unter Julius Cäsar bei Neuwied gebaut.

Armin der Cherusker gewann 9 n. Chr. Die Schlacht im Teutoburger Wald, verlor aber 16 n. Chr. gegen Germanicus. Im Jahre 21 n. Chr. wurde er bei stamminternen Streitigkeiten ermordet.

Die erste deutsche Universität stand in Prag. Prag war die Hauptstadt des Heiligen römischen Reiches deutscher Nationen.

Die vier deutschen Friedens-Nobelpreisträger waren: Gustav Stresemann (1926), Ludwig Quidde (1927), Carl von Ossietzki (1935) und Willy Brandt (1971).

Barbarossa ist italienisch für "Rotbart". Es war der Beiname des Kaisers Friedrich I. aber auch der von Cheireddin dem Herrscher von Algier.

Cheireddin unterstellte sich 1519 dem türkischen Sultan und unterwarf Tunis. Wegen seiner Piratenzüge unternahm Kaiser Karl V. eine 1535 Expedition. In Konstantinopel wurde Cheireddin dann türkischer Admiral und betrieb die Piraterie im Auftrag des Sultans.

Der Räuber Schinderhannes wurde als erste Deutscher guilliotiniert. Zur Hinrichtung gab es ein Programmheft.

Die Kieler Woche wurde von Kaiser Wilhelm I. 1882 als Konkurrenzveranstaltung zur Regatta im britischen Cowes ins Leben gerufen.

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