Doping macht kreativ

Dopingmittel und Medikamente sind oft ein- und dasselbe. Daher ist es natürlich schwer zu unterscheiden wann eine regenerationsfördernde und medizinisch notwendige Behandlung aufhört und ab wo Doping beginnt.

Das Aufputschmittel Ephedrin ist in Husten- und Nasentropfen. Es wirkt in der Nase auf die verengend auf die Blutgefäße; was die Schleimhäute abschwellen lässt. In einem bekannten Erkältungssaft ist unter anderem auch Ephedrin. Es wirkt auch als Appetitzügler.

Asthma-Medikamente können in ihrer Nebenwirkung Doping sein. Beta-2-Sympathomimetika wirken bronchienweitend, können aber auch das Muskelwachstums stimulieren. Gegen Asthma helfen auch entzündungshemmende Glukosteroide/Corticosteroide. Die aber erhöhen die Belastbarkeit und dämpfen Schmerzen. Floyd Landis darf wegen der Behandlung seines künstlichen Hüftgelenks entzündungshemmende Cortisol-haltige Medikamente nehmen.

Das Hormon Insulin ist für Diabetiker lebenswichtig. Aber für Sportler hat zusätzliches Insulin Vorteile, da es auf den Fett- und Eiweißstoffwechsel wirkt. Dabei hilft es beim Muskelaufbau und verkürzt die Regenerationszeiten.

Krebspatienten bekommen nach einer Chemotherapie das blutbildende Hormon Erythropoetin (EPO). Es steigert die Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die den Sauerstoff im Blut zu den Organen und auch Muskeln transportieren. Nebenbei hilft Hämoglobin auch dabei den pH-Wert des Blutes stabil zu halten. Das macht es natürlich auch fürs Blutdoping interessant. Aber jeder der ein paar Wochen ins Hochgebirge reist, kommt so zurück als ob er Blutdoping betrieben hätte. Der Körper hat zur Anpassung an die dünne Luft mehr rote Blutkörperchen gebildet. Allerdings bewirkt EPO eine schnellere Leistungssteigerung als Höhentraining.

Der niederländische Radprofi (aktiv zwischen 1981 und 1991) Peter Winnen zum EPO-Doping in einem FAZ-Artikel: „Seit Einführung von Epo war ich sofort chancenlos, die größten Bauerntölpel ließen mich stehen. Das Niveau war mit einem Schlag wahnsinnig gestiegen. Seit dem Tag war Talent nicht mehr entscheidend. Es ging nicht nur um EPO, sondern um Cocktails von EPO, Wachstumshormone, Schilddrüsenhormone, Testosteron.

Doping macht kreativ
Wenn man aber erwischt wird, dann geht es bei einige Sportlern anscheinend darum doch noch eine Goldmedaille zu gewinnen. Die für die kreativste Ausrede: Das Leben und der menschliche Körper und Stoffwechsel ist eben voll von Mysterien, Wundern und Zufällen

Der 2000m-Läufer Dieter Baumann hatte 1999 eine Zahnpasta in der unerklärlicherweise Norandrostendionim war.

1999 fanden sich beim Tour de France-Sieger Lance Armstrong Steroidhormone im Blut. Die kamen da rein, weil er sich mit einer seltsamen Salbe eingerieben hatte.

Radrennfahrer Christian Henn hatte aufgrund einer Kräutermischung der Schwiegereltern 1999 einen erhöhten Testosteronspiegel.

1997 führte das Hackfleisch hormonbehandelter Rinder in der Bolognese beim Bobfahrer Lenny Paul zu erhöhten Nandrolonwerten.

1999 erklärte der US-Sprinter Denis Mitchell seine Testosteron-Werte durch viel Sex und Bier in der Nacht vor der Kontrolle.

Positive Kokain-Nachweise erklärte Radrennfahrer Gilberto Simoni 2002 durch einen Tee, den er von seiner Tante bekommen hatte.

Der Skilangläufer Johann Mühlegg machte 2002 seine spezielle Diät für den Nachweis eines Epo-ähnlichen Wirkstoffes verantwortlich.

Dem Radfahrer Jan Ullrich wurden im Sommer 2002 in einer Disco zwei Pillen gegeben, die bei einer Dopingkontrolle als Amphetamine nachgewiesen werden konnten.

Der Radprofi Frank Vandenbroucke hatte das Asthma- und verbotene Dopingmittel Clenbuterol für seinen kranken Hund im Haus.

Der Radfahrer Gilberto Simoni hatte 2002 seinen Tee mit Zucker aus Peru gesüßt. So kam das bei ihm nachgewiesene Kokain in seinen Körper.

Der Skifahrer Alain Baxter hatte 2002 leider ein Nasenspray benutzt, das Metamphetamine enthielt.

Der belgische Querfeldeinradler Mario De Clercq machte 2003 dopingverdächtige Eintragungen zu Wachstumshormonen in sein Tagebuch. Angeblich war das aber nur für einen geplanten Roman.

Bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 verpassten die griechischen Sprinter Ekaterina Thanou und Kostas Kenteris wegen eines Mottoradtrainings eine Kontrolle und mussten einen Tag vor den Spielen plötzlich ins Krankenhaus.

Der ungarische Olympiasieger im Diskuswerfen Robert Fazekas hatte 2004 aus religiösen Gründen verklemmte Schließmuskeln und konnte so keine Urinprobe abgeben. Als er versuchte Fremd-Urin abzugeben, wurde er schließlich disqualifiziert.

Olympiasieger und Radfahrer Tyler Hamilton erklärte 2004 den Nachweis von Fremdblut damit, dass er in seinem Körper noch Stammzellen eines noch vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders seien.

Ein Freund des Basketballers Carmelo Anthony schwor 2004 vor Gericht, dass die Dopingmittel im Rucksack des Sportlers ihm gehörten und nicht Carmelo.

Bei den olympischen Winterspielen 2006 tranken des Dopings verdächtigte Langläufer in dem Moment in dem die Polizei ihre Zimmer betrat, in einem Zug ein bis eineinhalb Liter Wasser.

Der Fußballer Adrian Mutu nahm 2004 Kokain, um seine sexuellen Leistungen zu verbessern.

Justin Gatlins positives Testosteronergebnis 2006 erklärte der 100m-Olympiasieger durch Sabotage. Ein Masseur soll Gatlin mit einer testosteronhaltigen Salbe eingerieben haben.

Tour de France 2006-Sieger Floyd Landis hat angeblich von Natur aus einen hohen Testosteronwert, zudem sei seine Schilddrüse nicht ganz gesund. Und er hatte am Abend vor der postiven Dopingkontrolle sich die Kante gegeben, also Alkohol getrunken.

 

 

nach oben  Startseite