Ostern

Und schon wieder Ostern, hatte das Jahr nicht gerade angefangen? Aber eigentlich prima, denn dann ist die Fastenzeit auch vorbei. Man muss ja nicht immer aufs Essen verzichten, es gibt auch andere Laster. Ich habe in der Zeit aufs Rauchen verzichtet, hat prima geklappt, wie die letzten 41 Jahre schon ;-)

Mehr zu Ostern in den W-Akten gibt es im "Thema der Woche" Archiv und bei den Christentum-Infos.

Gespräche mit der jüngeren Generation lassen gewisse Lücken bezüglich des Osterfestes befürchten:

Also, um ganz sicher zu gehen: Karfreitag ist Tag der Kreuzigung und des Todes Jesu Christi'. Ostersonntag der Tag der Wiederauferstehung Jesus' von den Toten. Karfreitag ist in der evangelischen Tradition der höchste Feiertag.

Die Karwoche ist das Herzstück der österlichen Fastenzeit.Innerhalb der "Heiligen Woche" gibt es diverse Höhepunkte: Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und natürlich die Osternacht.

Der Ostertermin hängt natürlich eng mit dem jüdischen Passah-Fest zusammen. Jesus ging zum Passah-Fest nach Jerusalem und wurde dort hingerichtet.

Passah

Im Christentum wird das Osterfest in zeitlicher und auch inhaltlicher Nähe zu Passah gefeiert. So hat sich dort z. B. auch das so genannte Passahlamm als Osterlamm erhalten. Auch der Name des christl. Osterfestes ist in vielen Sprachen (z.B. Griechisch, Französisch, und Italienisch) eine Form von Passah oder Pesach.

Nach den Regeln des Konzils darf Ostern aber nicht vor oder zusammen mit dem jüdischen Passahfest gefeiert werden.

Das Passahfest wird ab dem 14. des Monats Nisan gefeiert, d.h. im März oder April. Da der jüdische Kalender ein Mondkalender ist, bei dem die Monatsanfänge nach dem Neumond festgelegt werden, fällt dort Passah immer auf das gleiche Datum

Der Ursprung des Passahfestes (oder auch “Pessach-Festes”) liegt in der Verschonung der Kinder des Volkes Israel während der Plagen, die Gott über die Ägypter kommen ließ, nachdem der Pharao Moses Bitte, sein Volk freizu lassen, nicht nachkommen wollte. Die Israeliten sollten, um ihre Erstgeborenen vor der zehnten Plage (Tötung der Erstgeborenen) zu schützen in jedem Haus ein Lanmm schlachten und mit dem Blut ihre Türpfosten einreiben. An diesem Zeichen wollte Gott die seinen erkennen und verschonen. Der hebräische Name des Festes bedeutet daher "Vorübergang", "Verschonung". Außerdem sollen die Angehörigen jeder Hausgemeinschaft das geopferte Lamm mit Bitterkräutern essen und sieben Tage nur ungesäuertes Brot (Mazze) verzehren.

In der Diaspora lebende Juden sollen das Passahfest 8 Tage lang feiern.

Der traditionelle geröstete Lammknochen auf dem Tisch erinnert an die biblische Vorschrift der Opferung eines Passahlamms, das im Jerusalemer Tempel geopfert wurde. Da der Tempel nicht mehr steht, wird heute kein Lammbraten mehr zum Passah gegessen.

Das Osterfest

Ostern ist das älteste und wichtigste Fest des Christentums. Es ist eines der drei Hochfeste. Die beiden anderen sind Weihnachten und Pfingsten, An jedem dieser Feste wird ein Teil der Dreifaltigkeit gefeiert. An Weihnachten Gott-Vater, an Pfingsten Gott-Heiliger Geist. Man erkennt diese Feste dran, dass es gleich zwei Feiertage gibt.

An Ostern feiert die Christenheit den Tod und die Auferstehung Jesu Christi (Gott-Sohn) von den Toten. Mit dem Osterfest beginnt die 50 Tage dauernde Zeit der Osterfreude. Sie endet mit dem Pfingstfest .
Das griechische Wort für Pfingsten ist „Pentekoste“.

50 Tage nach Passah begehen die Juden das Wochenfest (hebr. Schawuot), das als Pfingstfest in die christliche Tradition eingegangen ist.

Der österliche Festkreis beginnt mit dem Aschermittwoch, dem die 40tägige Fastenzeit folgt. Damit soll an die 40 Tage erinnert werden, die Jesus in der Wüste gefastet hat. Da die Sonntage vom Fasten ausgenommen sind, liegt der Aschermittwoch allerdings tatsächlich 46 Tage vor dem Karsamstag.
Die letzte Woche vor Ostern heißt Karwoche. Sie beginnt mit dem Palmsonntag, an dem die Christen den Einzug Jesu nach Jerusalem feiern.

Am Gründonnerstag (das "Grün" kommt wahrscheinlich nicht von der Farbe, sondern von dem altdeutschen Wort greinen, was so viel wie weinen heißt) werden in den Kirchen die Altäre von allem Schmuck befreit und das Kreuz wird verhangen. Eigentlich wird das an diesem Tage begangene letzte Abendmahl und damit die Einsetzung der Eucharistie nicht gefeiert, denn mit dem Gründonnerstagabend, begann nach jüdischer Zeitrechnung schon der Karfreitag, der Tag, an dem Jesus starb. Und einen solchen Tag kann man schlecht zum Feiern nutzen. Die Einsetzung der Eucharistie wir also bei nächster Gelegenheit nachgeholt und zwar an Fronleichnam (deshalb ist dies auch immer ein Donnerstag). "Fron" in diesem Zusammenhang bedeutet übrigens "des Herrn" (daher sind Frondienste, Dienste, die der Untergebene für seinen Herren zu verrichten hatte) und mit "Leichnam" war ursprünglich der körperliche Leib gemeint. Im Englischen heißt dieser Tag "Corpus Christi", was ziemlich deutlich macht, um was es geht, oder?

Am nächsten Tag, dem Karfreitag, wird des Todes Jesu am Kreuz gedacht, am Karsamstag ist Grabesruhe, und am dritten Tage (Ostersonntag) ist Jesus - nach der Bibel - auferstanden.

Das Osterdatum

Ostern gehört zu den beweglichen Festen, deren Datum jedes Jahr anders ist. Alle beweglichen christlichen Feiertage werden vom Ostersonntag aus berechnet.

Das "offizielle" Osterdatum wurde erst 325 beim Konzil von Nizäa festgelegt.

Ostern ist der Sonntag, der dem ersten Frühlingsvollmonds (da beginnt das jüdische Passah-Fest) folgt. Wirr haben daher am Ostersonntag immer abnehmenden Mond.

Fallen Ostern und Passah zusammen, dann wird Ostern verschoben. Ostern findet dann am ersten Sonntag nach dem zweiten Vollmond nach der Frühjahrstagundnachtgleiche (“Frühjahrsäquinoktikum”) statt. Aber in den westlichen Kirchen wird dieses Detail nicht mehr angewandt.

Als erster Frühlingstag wurde der 21.3. bestimmt.

Die Berechnung des Ostertermines wurde im Laufe der Jahrhunderte immer weiter verfeinert:

Aber mit der Kalenderreform von 1582 galten grundsätzlich die von der katholischen Kirche aufgestellten Termine.

Das früheste Osterdatum ist der 22.3., das letzte der 25.4.

Es gibt somit insgesamt 35 verschiedene Ostertermine.

Das Ostern der griechisch-orthodoxen Kirche findet nicht unbedingt mit dem Ostern der römisch-katholischen Kirche statt.

Exakt berechnen lässt sich der Ostertermin nach der Osterformel, die der Mathematiker Carl Friedrich Gauß 1800 aufgestellt hat.

Zur Festtagsberechnung verwendet die griechisch-orthodoxe Kirche den julianischen Kalender. Aber der julianische Kalender weicht vom gregorianischen Kalender um 13 Tage ab.

Zusammen findet das griechisch-orthodoxe und das katholische Ostern in den Jahren 2004, 2007, 2010, 2011 und 2900 statt.

Gemeinsames Ostern?
Auf einer Kirchenkonferenz im Jahr 1997 in Aleppo (Syrien) wurde das Problem der abweichenden Osterdaten zwischen West- und Ostkirchen thematisiert. Es gab den Vorschlag, einen gemeinsamen Termin zu finden, der auf genauen astronomischen Beobachtungen basierte. Der Meridian von Jerusalem sollte Grundlage für die weiteren Berechnungen sein.

Die neue Methode sollte clevererweise ab 2001 verwendet werden, da in diesem Jahr die Osterfeste der West- und Ostkirchen zusammenfielen (15. April gregorianisch / 2. April julianisch).
Aufgrund von Widerständen in den orthodoxen Kirchen trat diese Regelung jedoch nicht in Kraft.

Noch was:
Karfreitag, der Dreizehnte ist eher selten. Das nächste Mal fällt der Karfreitag erst im Jahre 2063 wieder auf einen Dreizehnten.

Gründonnerstag

Hat nichts mit der Farbe zu tun, sondern leitet sich wohl vom althochdeutschen Wort "greinen" für Weinen ab. Manchmal wird aber auch der Brauch etwas Grünes (Grünkohl etc.) an diesem Tag zu essen als namensstiftend angegeben.

Karfreitag

Dieser Tag ist der Todestag Jesu. "Kar" hat seinen Ursprung im althochdeutschen Wort "Kara" das "Klage, Kummer" bedeutet. Im englischen gibt es heute noch das Wort "care".Gemeinde.

Jesus starb laut Bibel "zur neunten Stunde", Da die Römer die Stundenzählung bei Sonnenaufgang (6 Uhr) begannen ergibt sich dieser Zeitpunkt von 15.00 Uhr an dem sich die Gemeinde versammelt. Jesus starb relativ schnell am Kreuz was ungewöhnlich ist, da sich der Kreuzestod u.U. über Tage hinziehen konnte. Da aber der Sabbat, bevorstand an dem niemand am Kreuz hängen durfte, wurden anderen Gekreuzigten sogar traditionell die Beine gebrochen. So konnten Sie sich nicht mehr mit den Beinen stützen (die Füße der Gekreuzigten standen auf einem kleinen Podest), der Oberkörper und die Lunge wurde durch die hängende Haltung stark zusammengepresst und sie erstickten relativ schnell.

Am Karfreitag wird auch der "Kreuzweg gebetet". Seine Stationen sind

1. Jesus wird zum Tode verurteilt
2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
4. Jesus begegnet seiner Mutter
5. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
8. Jesus begegnet den weinenden Frauen
9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
10. Jesus wird seiner Kleider beraubt
11. Jesus wird an das Kreuz genagelt
12. Jesus stirbt am Kreuz
13. Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
14. Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt.

In den meisten katholischen Kirchen gibt es solche Kreuzwegstationen.

Kreuzverhüllung

Der Brauch Kreuz und Bilder in der Fastenzeit zu verhüllen ist schon seit dem 12. Jahrhundert bezeugt. Der Ursprung der Verhüllung ist allerdings unklar. Die Verhüllung wird von Bischof Wilhelm Durandus von Mende (13. Jhd.) allegorisch auf Joh 8,59 hin gedeutet, als Verbergen der Gottheit Christi in der Zeit des Leidens.

Die deutschsprachigen Bistümer entschieden sich bei der Neuordnung der Liturgie (1975-79) für die Beibehaltung der Kreuzverhüllung. Die Verhüllung geschiet nach dem Gottesdienst am Gründonnerstagabend, aber auch der früher übliche Termin am Passionssonntag darf beibehalten werden. Die Kreuze bleiben bis zur Kreuzverehrung am Karfreitag verhüllt, alle anderen Bilder und Statuen bis in die Osternacht. Zur palmsonntäglichen Palmprozession bleibt das Kreuz immer unverhüllt, da es liturgisch in dieser Feier Siegeszeichen ist.

Brauchtum

Die Osterbräuche, wie an Palmsonntag und Gründonnerstag sind aus Frühlingsfesten vorchristlicher Zeit übernommen.

Es war leichter andere zu bekehren, wenn man das Feiern nicht verbot. Also wurden die Termine übernommen und christanisiert.

Noch heute bekannte Frühlingsfeste (meistens wird der Winter symbolisch abgefackelt. Erlaubtes "Feuerchen machen" ist schließlich immer spaßig):

Osterfeuer (am Abend des 1. Ostertages oder in der Osternacht; seit dem Jahre 751 belegt),

Eisenacher Sommergewinn - Frühlingsfest in Eisenach am dritten Sonntag vor Ostern, gefeiert seit 1286, am Ende wird eine Strohpuppe, die den Winter darstellt verbrannt.

Sommertagszug (Frühlingsfest in der Kurpfalz, auch am dritten Sonntag vor Ostern, am Schluss wird ein Strohschneemann verbrannt.)

Sechseläuten am 3. Montag im April in Zürich. Endet mit der Verbrennung des Böög (ein Schneemann aus Papier)

Der dritte Sonntag vor Ostern heisst Laetare.

Denn mit "Freu’ dich, Jerusalem", (auf lateinisch: "Laetare, Jerusalem") beginnt vielen Eingangsgebet des dieses Fastensonntags.

Das Ostereiersuchen ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Das frühjährliche Bemalen von Eiern betrieben auch schon die alten Römer.

Das Ostereierrollen und ähnliche Bräuche sollen das Wegw¹lzen des Steines vom Eingang des Grabes Jesu symbolisieren.

Zu einem besonderen Zweig der Volkskunst entwickelte sich die Kunst der Verzierung der Ostereier, zumal im slawischen Kulturraum, einschließlich der Sorben.

Das Osterlamm steht für die Identifkation Jesu mit dem Lamm. Es gibt das Osterlamm als Backfigur und als echten Lammbraten, wobei der oft ein Zicklein ist.

Der Osterhase, der bei uns gerne als Schokoladenmümmelmann verzehrt wird, ist natürlich dank ein Fruchtbarkeitssymbol. seinen Einzug in die Ostertradition hielt er im 17. Jhd. durch das protestantische Bürgertum, wohl als Symbol für anonymes Schenken (ähnlich wie bei seinem Kumpel Nikolaus). Damals hat er auch den Job Eier zu bringen aufs Auge gedrückt bekommen.

Der erste Ostermarsch fand 1958 statt. Atomgegner marschierten von London aus in ein 80km entferntes Kernforschungszentrum, für den Verzicht auf Kernwaffen.
In Deutschland gab es 1960 den ersten Ostermarsch.

Die Osterinsel und die Weihnachtsinsel heißen nach dem Zeitpunkt ihrer Entdeckung. Am Ostersonntag 1722 landete der Holländer Jakob Roggeveen auf einer Pazifikinsel, die heute Osterinsel heißt.

Der Osterspaziergang

Durch Johann Wolfgang von Goethe wurde der Osterspaziergang ein fester Bestandteil der klassischen Literatur ("Faust", 1. Teil, Szene "Vor dem Tor").

In Österreich heißt der Spaziergang auch "Emmausgehen" in Erinnerung an den Gang der Jünger Jesu nach Emmaus

Der Osterspaziergang:

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen!
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen,
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

Eier

Eier sind in verschiedene Klassen eingeteilt:

XL/sehr groß = 73 g und mehr
L/groß = 63 g bis 73 g
M/mittel = 53 g bis 63 g
S/klein = unter 53 g.

Die Farbe der Eierschalen ist genetisch bedingt, aber nicht unbedingt mit der Gefiederfarbe gekoppelt

Die Eischalenfarbe geht von weiss bis dunkelbraun.

Die Eifarbe hat keinen Einfluss auf den Geschmack oder den Nährstoffgehalt.

10-11% eines Eies sind Schale und Eihäute.
50-55% sind Eiweiß
32-35% macht das Eigelb aus.

Die Eischale ist porös und luftdurchlässig. Dadurch können enstehende Küken mit Sauerstoff versorgt werden. Leider können dadurch Eier im Kühlschrank auch fremde Gerüche annehmen.

Das Ausbrüten eines Küken dauert 21 Tage.

Am siebten Bruttag sind alle lebenswichtigen Organe angelegt und das embryonale Küken sieht aus wie ein Mini-Hähnchen mit überdimensionierten Kopf.

Die Federn kommen erst ab dem elften Bruttag.

Ab dem neunzehnten Tag piepst das Küken.

Die Küken "sprechen" damit auch das Schlüpfen ab.

Bis zu zwei Stunden warten sie aufeinander, damit sie zusammen schlüpfen.

Normale Hühnereier, die man im Laden kauft, stammen von speziell gezüchteten Legehennen. Die können prima Eierlegen, dafür schlecht zu mästen.

Zum Verzehr gibt es entsprechend gezüchtete Masthühner (born to grill, ha, ha, ha).

Auch die eierlegenden "freilaufenden" Hühner sind Legehennen.

Was man bei der Legehennenzucht noch nicht geschafft hat, ist die natürlicherweise zu 50% anfallenden Legehähnchen wegzuzüchten.

Da diese Hähnchen auch nicht als Masthähnchen geeignet sind, werden die Hähnchenküken aussortiert und vergast oder geschreddert (Pfui deibel).

Allerdings ist das Leben eines Masthähnchens auch nur 40 Tage länger. Nach 40 Tagen Mast landen die Masthähnchen auf dem Grill.

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Im Jahr verzehrt ein Deutscher ca. 133-mal ein Ei.
89 Eier aß er indirekt, sie wurden in Lebensmitteln verarbeitet.

Und dann werden noch 10 kg Brathähnchen und 1 kg Suppenhuhn verspeist.

Es gibt in Deutschland ca. 50 Millionen Legehennen.

Auch in Öko-Betrieben gibt es speziell gezüchtete Legehennen und Masthühner. Das "Allroundhuhn" ist nicht wirtschaftlich.

Der wilde Vorfahr unserer Haushühner ist das indische Bankivahuhn. Es legt nur ein bis zwei Dutzend Eier im Jahr.

In Ägypten gab es Haushühner ab 2000 v. Chr. und kam von dort über die Griechen zu den Römern

Nur 1% der 2001 in Deutschland verkauften Eier waren Öko-Eier.

Im Durchschnitt enthält ein Ei sieben Gramm Eiweiß, sechs Gramm Fett, wenig Kohlenhydrate, aber viele Mineralstoffe, besonders Phosphor, Kalium und Eisen, die Spurenelemente Fluor, Mangan, Kupfer und Jod sowie alle Vitamine außer Vitamin C.

Ein Ei könnte wegen seiner ovalen Form von Pol zu Pol einem Gewicht von vier bis fünf Kilogramm aushalten

Die Dotterfarbe kann über das Hühnerfutter beeinflusst werden. Früher wurden die Dotter dank E 161g, also Canthaxanthin, hellgelb.

Laut einer EU-Richtlinie von Anfang 2003 soll Canthaxanthin in deutlich reduzierten Mengen verwendet werden, da es bei hoher Dosierung zu Ablagerungen in der Netzhaut und damit zu Beeinträchtigungen der Sehkraft kommen kann.

Aber man kann Ei"gelb" auch mit anderen Carotinen, Curcuma, Paprika, Tagetes und Algen hinbekommen.

Die Deutschen mögen Eier mit weiß-orange-farbenen Dotter, die Schweitzer tief gelb, die Niederländer sonnig hell.

Das Eierfärben war schon im vorchristlichen China und Ägypten üblich. Das hatte nur nichts mit Ostern zu tun.

Eier sind auch in außerchristlichen Mythen beliebt. So kommt laut hinduistischer Vorstellung das Universum aus einem Ei.

Und die finnische Kelevala (die übrigens auch J.R:R. Tolkien inspirierte) berichte von einem zerbochenem goldenen Ei, dessen obere Hälfte den Himmel, der Dotter die Sonne und das Eiweiß den Mond bildet.

Zur Trauermahlzeit des jüdischen Passahfestes gehörte ein hart gekochtes Ei.

Eier sind im Christentum ein Symbol für die Auferstehung, da sie außen wie ein geschlossenes Grab sind, aber im inneren Leben haben.

Im 12. Jahrhundert gab es die Speisenweihe: gefärbte Eier, Schinken, Kuchenosterlämmer und Salz wurden in einen Korb gelegt und gesegnet.

Ausserdem gab es reichlich Eier, denn die Fastenzeit ging zu Ende und Eier gehörten zu den "verbotenen" Speisen.

Bei den späteren Protestanten ging sowas "heidnisches" wie Eiersegnen natürlich nicht, aber das gegenseitige Eierverschenken war ein zu schöner Brauch geworden.

Und so wurde den Kindern die Herkunft der bunten Eier mit dem Hasen erklärt, aber auch mit anderen Tieren.

Günstig für den Hasen als Ostereierleger war aber auch, dass Hasenbraten oft das Osterlamm ersetzte und dass Teig-Osterlämmer - wenn sie missglückten - leicht mit einem Hasen zu verwechseln waren.


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