Der Nahe Osten - PalÄstina, PalÄstinenser, PLO

In Palästina leben insgesamt 3, 5 Millionen Menschen.

Im Westjordanland leben ca. 2 Millionen Menschen (75 % Muslime, 17 % Juden, Christen) und im Gaza-Streifen ca. 1,4 Millionen (99 % Muslime). Im Gaza-Streifen leben rund 54 % der Bevölkerung noch immer in Lagern.

172 200 jüdische Siedler leben im Westjordanland und im Gaza-Streifen und 172.000 Israelis leben in Ost-Jerusalem.

Palästina hat eine Fruchtbarkeitsrate von 5,6 Geburten pro Frau.

1992 gab es nach Schätzungen der UNO 6,5 Millionen Palästinenser.

Sie leben außer im Westjordanland und im Gaza-Streifen, auch in Israel (ca. 100.000 Menschen).

Hinzu kommen noch 3,19 Millionen Flüchtlinge arabischen Ländern.

In den arabischen Ländern (außer Jordanien) sind die Palästinenser immer noch Flüchlinge.

Die geschieht aus politischen Gründen, denn dadurch, dass man die Palästinenser als Flüchtlinge behandelt kann man immer wieder deren Recht auf Rückkehr fordern.

Palästina war schon immer unter wechselnder Herrschaft. Das könnte daran liegen, dass es Kleinasien, Babylonien und Ägypten verbindet, aber nur ein schmaler Küstenstreifen fruchtbar ist.

Palästina bedeutet "Land der Philister".

1882 entstehen die ersten jüdischen Siedlungen in Palästina.

1897 ist der 1. Zionistenkongress Theodor Herzls in Basel. Der Kongress beschliesst in Palästina für die Juden aus aller Welt eine neue Heimat zu schaffen.

Herzl und seine Anhänger hatten dabei übersehen, dass dort Araber lebten (Ooops!). Mit Ausnahme einer jüdischen Minderheit in Jerusalem war damals ganz Palästina in arabischer Hand.

Es gab deshalb (abgelehnte) Überlegungen auf der Sinai-Halbinsel oder in Uganda zu siedeln.

1907 wurde die "Palestine land development company" gegründet. Sie kaufte in Palästina systematisch Siedlungsland.

Auch 2002 werden noch Häuser und Gebiete von Arabern in den besetzten Gebieten gekauft. Warum allerdings die reichen arabischen Ölstaaten da nicht einspringen, um zu verhindern, das das Land in "Feindeshand" fällt, wird wohl einen offen Frage bleiben.

Bis 1914 kommen 35000-40000 neue Siedler an.

Zeitgleich mit der jüdischen Nationalbewegung entstand eine arabische Befreiungsbewegung.

Die Araber wollten eigentlich die Osmanen vertreiben.

Im Erste Weltkrieg boten beide Seiten Großbritannien ihre Hilfe (gegen die Osmanen) an.

Die Zionisten erwarteten von Großbritannien nach dem Krieg in Palästina einen jüdische Staat und die Araber erwarteten ihre Unabhängigkeit.

Und Großbritannien handelte als Grossmacht. Es instrumentalisierte beide Unabhängigkeitsbewegungen für seine Ziele ("Was schwächt die Pforte in Konstantinopel, und schont unsere Soldaten? Und wer könnte uns dabei helfen?") und machte entsprechende Versprechungen:

1915 sicherte der britische Hochkommissar in Kairo, Sir Henry McMahon, dem Sherifen von Mekka, Hussein, die staatliche Unabhängigkeit und die Unterstützung der arabischen Position zu.

1917 sicherte die Deklaration des britischen Außenministers Lord Arthur Balfour den Juden Palästina zu: "Seiner Majestät Regierung betrachtet mit Wohlwollen die Schaffung einer nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk und wird die größten Anstrengungen machen, um die Errichtung dieses Ziels zu erleichtern."

1917 ziehen die Engländer in Jerusalem ein.

1919 vermittelte T. E. Lawrence, (jaja, der "Lawrence of Arabia"), zwischen Emir Feisal und Chaim Weizmann.

Sie einigten sich auf das "Feisal-Weizmann Abkommen": Ein jüdischer und ein arabischer Staat, Grenzfestlegung durch eine Kommission, die heiligen Stätten des Islam unter muslimischer Kontrolle und Streitfragen löst die britische Regierung.

Das arabische Königreich kam nicht zustande. Feisal wurde nur König des Irak, sein Bruder Abdallah ernannte sich selbst zum König von Transjordanien (das Land jenseits des Flusses Jordan, also das heutige Jordanien). Die heutige Westbank, bzw. Westjordanien hiess damals auch noch Cis-Jordanien.

Die Vereinbarungen zwischen Feisal und Weizmann wurden gegenstandslos.

Die 1929 gegründete "Jewish Agency" vertrat Juden gegenüber den englischen Behörden und beriet die englische Mandatsregierung.

Auf die gestärkte jüdische Position reagierten die Araber. Es kam zu Unruhen und blutigen Zwischenfällen.

Großbritannien verfügte einen Einwanderungsstop und beschränkte den Landverkauf an Juden.

Aufgrund der Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung der Juden in Deutschland kamen immer mehr Siedler nach Palästina.

Wegen neuer Unruhen wurde von der Peel-Kommission 1936 ein Teilungsplan vorgelegt. Weizmann war für den Plan, die Araber dagegen. Auf der "St. James-Konferenz" in London sollte eine Einigung erzielt werden, es kam nicht dazu.

Daraufhin solle weitere jüdische Zuwanderung nur noch mit arabischer Zustimmung möglich sein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lehnten die palästinensischen Juden die weitere britische Besatzung ab. Sie gründeten die paramilitärische Selbstschutzorganisation Haganah und die radikale Terrorgruppe Irgun.

Auf die englische Mandatsmacht wurden nun Terroranschläge und Sabotageakte von jüdischen Untergrundorganisationen verübt.

Am 29.11.1947 empfahl eine UNO-Kommisssion die Teilung des Landes in einen arabischen und einen jüdischen Staat und die Internationalisierung Jerusalems.

Ab dem Herbst 1947 brachen Unruhen aus. Mitglieder der syrischen und ägyptischen Freiwilligenarmee unterstützten ab Januar 1948 die palästinensischen Kämpfer

Jüdische Milizen schützten ihre Siedlungen und griffen arabische Ortschaften an.

Am 14. Mai 1948 erklärte Ben Gurion die Unabhängigkeit des Staates Israel.

Die Araber verfügten über reguläre und überlegene Armeen, waren aber zerstritten. Ägypten und Jordanien beanspruchten die Führung im arabischen Lager, Jordanien wollte Cis-Jordanien erobern und einen Palästinenserstaat verhindern.

König Ibn Saud von Saudi-Arabien (Herrscherhaus der Wahabiten) hatte in den 20er Jahren Vater und Bruder des jordanischen Königs (Herrscherhaus der Haschemiten) vertrieben und fürchtete nun dessen Vergeltung.

Der haschemitische König des Irak war zwar mit dem jordanischen König verwand, befürchtete aber wie Ägypten einen Vorherrschaft Transjordaniens.

Auch Syrien und der Libanon zogen gegen Israel in den Kreig, aber auch um eine transjordanische Vormachtstellung zu verhindern.

Im Mai 1948 griffen die Truppen Libanons, Syriens, Jordaniens, Iraks und Ägyptens von drei Seiten aus Israel gemeinsam an und schafften es nicht Israel zu besiegen.

Israel eroberte den Negev. Jordanien eroberte das Westjordanland und Ostjerusalem.

Damit war für einen Palästinenserstaat kein Gebiet mehr übrig. 750.000 Palästinenser wurden zu Flüchtlingen.

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Israel steht in der Kritik von Amnesty International.

1900 Palästinensern sind ohne richterliche Prüfung oder Anklageerhebung inhaftiert.

Es gab unfaire Militärgerichtsprozesse gegen mindestens 1450 Palästinenser.

Es findet, euphemistisch bezeichnet, "gemäßigter physischer und psychologischer Druck" an Gefangenen statt, also Folter.

Die PLO

PLO steht für "Palestine Liberation Prganization". Sie wurde 1964 gegründet und hat die Gründung eines unabhängigen arabischen Staats auf dem Boden Palästinas zum Ziel. PLO sieht sich als legitime Vertretung der Palästinenser.

Der "Palästinensicher Nationalvertrag", das Programm der PLO, sieht die "aalfour-Declaration" und das Palästina-Mandat als nichtig an. Die Schaffung eines Staates "Israel" ist in ihren Augen illegal und der bewaffnete Widerstand das einzige Mittel zur Befreiung Palästinas.

In der Anfangszeit war die PLO faktisch ein Werkzeug ägyptischer Politik.

Yassir Arafat übernahm 1969 die Führung der PLO.

Das wichtigste Operationsgebiet der PLO war zunächst Jordanien. Das änderte sich, als es zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen mit der jordanischen Regierung kam.

Arafats PLO benahm sich in Jordanien, als wäre sie die alleinige Macht im Staat. Man brüskierte König Hussein, indem man Sicherheitskontrollen durchführte und Verhaftungen vornahm.

Im September 1970 war das Fass voll und König Hussein, ließ nicht zu, dass der berühmte letzte Tropfen fiel, der für ihn Abdankung und Flucht ins Ausland bedeutet hätte.

Am 16. September 1970 gab er seiner Beduinen-Elitearmee den Befehl, dem Treiben der PLO ein Ende zu setzen. Nach 48 Stunden war der Spuk vorbei. Ein paar Tausend PLO-Partisanen starben bei der Aktion. Gegen die gut ausgebildeten Truppen des Königs hatte der wilde Haufen keine Chance.

Um weitere Aktionen von PLO-Sympathisanten zu verhindern gaben die Amerikaner zu verstehen, dass sie weitere Missachtungen der jordanischen Souveränität nicht dulden würden.

Nach dem "schwarzen September" zog die PLO in den Süd-Libanon. Dort gelang das, was in Jordanien gescheitert war. Jahre des Bürgerkriegs richteten die "Schweiz des Ostens" zu Grunde.

Die Syrer marschierten in den Libanon ein, 1982 dann auch die Israelis. Es kam zu den Massakern in den Lagern Sabra und Shatila. Die PLO verlegte ihre Zentrale nach Tunis.

1974 wurde die PLO auf einer Konferenz in Rabat von den arabischen Nationen als alleinige Vertreterin der Palästinenser anerkannt. Im gleichen Jahr erhielt die PLO Beobachterstatus bei der UN.

1976 wurde die PLO in die arabische Liga aufgenommen.

Bei den palästinensichen Aufständen, der sogenannten "Intifada" spielte die PLO keine führende Rolle.

1993 wurde mit Israel eine erste Friedesregelung vereinbart

1996 wurde Arafat zum Präsidenten der Exekutivbehörde des palästinensischen Rates gewählt.

1998 wurden die anti israelischen Artikel aus dem PLO-Programm gestrichen.

 


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