Tour de France

Es ist wieder so weit: man radelt wieder durch Frankreich. Also wie jedes Jahr auch ein Besserwisserseiten-Thema der Woche zum drittgrößten sportlichen Event der Welt (nach Olympischen Spielen und Fußball-WM)

 

Die Tour de France wird seit 1903 geradelt. Die längste Tour war 1926 mit 5745 km, die Tour 2004 hat ca. 3584 Kilometer.

Der Herausgeber von "L'Equipe" (damals noch "L'Auto") hat das Radrennen als Werbemaßnahme ins Leben gerufen.

Das Gelbe Trikot bekommt der Fahrer mit der besten Gesamtfahrzeit. Der Prolog entscheidet, wer's beim Tourstart anziehen darf. Das Trikot ist übrigens nicht gelb, weil L'Auto auf gelben Papier gedruckt wurde (so behauptet nämlich die Legende). Grund für die Farbe war einfach mangelnde Auswahl in der Nachkriegszeit. Der Begründer der Tour Desgranges wollte für die Zuschauer den Führenden kenntlich machen, dazu bestellte er eine Auswahl von einfarbigen möglichst grellen Trikots. Er bekam nur ein gelbes Leibchen geliefert. Einen Tag später ging das berühmteste Hemd der Sportwelt an den Start.

Der erste Träger des Gelben Trikots war 1919 Eugène Christophe.

Das Grüne Leibchen trägt der beste Sprinter (Punktewertung).

Das gepunktete Trikot des Führenden in der Bergwertung gibt es erst seit 1975. Es wurde von einer Schokoladenfabrik gestiftet, deren Markenzeichen die rot-weiß gepunktete Packung ist.

Träger des weißen Trikots wird der nach Gesamtzeit beste Neuprofi (maximal 25 Jahre alt).

Bei den ersten beiden Touren 1903 und 1904 wurden jeweils 2428 km zurückgelegt allerdings in nur 6 Etappen. Das ergibt einen Tagesdurchschnitt von 404 km !

Im ersten Jahr waren die Wegmarkierungen eher mangelhaft, viele Fahrer radelten Stunden lang in die falsche Richtung. Der letzte im Ziel hatte fast drei Tage (!) Rückstand.

1904 fuhren die vier in Führung liegenden Fahrer einen Teil der Strecke mit der Eisenbahn, stiegen kurz vor dem Etappenziel wieder aufs Rad und kamen frisch ins Ziel. Sie wurden allerdings disqualifiziert.

Der Sieger 1904, Henri Cornet, fiel auf einer Etappe vom Rad - er war eingeschlafen, nachdem man ihm eine vergiftete Hähnchenkeule gereicht hatte. Er wurde fünfter, aber nach der Disqualifikation der "Bahnfahrer" (s.o.) mit einem halben Jahr Verspätung zum Sieger erklärt. Er ist bis heute der jüngste Sieger der Tour-Geschichte.

1905 verspielte der Sieger Louis Trousselier seine gesamten Preisgelder von 4000 Francs (Etappensiege und Gesamtsieg) beim Kartenspiel mit seinen Betreuern.

1907 beschloss der Adelige Henry Pépin Goutand zum Zeitvertreib an der Tour teilzunehmen. Um auf die gewohnte Bequemlichkeit nicht zu verzichten, engagierte er drei Mitfahrer, die ihn unterwegs mit Getränken versorgten und ihn de Berge hinaufschoben. In diesem Jahr wurde der Begriff des "Wassertägers" geboren. Nach fünf Etappen stieg der Adelige allerdings aus.

Die Fahrer waren in den ersten Jahren vollkommen auf sich allein gestellt. 1913 lag Eugène Christophe mit 18 Minuten auf einer Bergetappe in Führung. Auf der Abfahrt jedoch brach am Vorderrad des Franzosen die Gabel. Christophe marschierte - das Rad geschultert - rund zehn Kilometer bergab bis zur Dorfschmiede von Sainte Marie de Campan.
Er musste sein Rad ganz allein reparieren. Zum Glück stellte ihm der Dorfschmied seine Werkstatt zur Verfügung - Christophe war ja auch gelernter Schmied. Als irgendwann die Flammen zu erlöschen drohten und er keine Hand frei hatte, bat der Tour-Favorit den siebenjährigen Sohn des Schmiedes, das Feuer mit einem Blasebalg anzufachen. Die anwesenden Rennkommissare verhängten wegen Inanspruchnahme fremder Hilfe eine Zeitstrafe von einer Minute (!) gegen Christophe der sowieso schon vier Stunden Rückstand hatte und in Gesamtwertung nur Siebter wurde.

1950 gab er Nordafrikaner Abdelkader Zaaf unter interessanten Umständen auf: An einem Tag war es so brutal heiß, dass viele andere Mitfahrer sich eine kleine Pause zum Baden im Meer gönnten. Diese Pause nutzten einige Nordafrikaner, die mit der Hitze besser zurecht kamen. Bei seinem Ausreißversuch will Zaaf unter keinen Umständen anhalten um Wasser zu trinken, er greift stattdessen sich im Vorbeifahren zwei Weißweinflaschen vom Tisch eines Restaurants. Nachdem er sich gestärkt hat muss er leider eine kleine Pause einlegen, weil seine Fahrtüchtigkeit doch etwas gelitten hat. Nachdem er aus dem Alkoholschlaf aufgewacht ist (alle anderen haben ihn schon lange hinter sich gelassen), steigt er wieder aufs Rad und fährt weiter - in die falsche Richtung. Sein Pech machte den bis dahin völlig unbekannten Radfahrer Abd al-Kader Zaaf so prominent, dass er gut bezahlte Einladungen zu Rennen in ganz Europa erhielt.

Einer der skurrilsten "Angsthasen" war der Spanier Federico Bahamontes der "Adler von Toledo. Seitdem er einmal bergab einen Kaktus gerammt hatte, hasste er es, in rasender Geschwindigkeit ins Tal zu fahren. 1954, in dem Jahr, als er das erste von insgesamt sechs Mal die Bergwertung der Tour de France gewann, machte er - klar in Führung liegend - auf dem Col de Romeyère Halt, setzte sich auf eine Bank und lutschte ein Eis, bis ihn die Verfolger eingeholt hatten. So brauchte er wenigstens nicht alleine die ungeliebte Abfahrt bestreiten.

Bei der "Tour der Leiden" gab es bislang vier Todesfälle:
1910 Adolpho Hillieri (Badeunfall am Ruhetag)
1935 Francesco Cepeda (Sturz)
1967 Tom Simpson (Doping)
1995 Fabio Casartelli (Sturz)

1913 kamen von 140 Starter nur 25 ins Ziel.

Kurt Stöpel hat 1932 als erster Deutscher das Gelbe Trikot getragen.

1989 gewinnt Greg Lemond mit einigen Schrotkugeln im Körper bei der Tour. Bei einem Jagdausflug hatte sein Schwager ihn mit einem Truthahn verwechselt; 30 Schrotkugeln mussten insgesamt aus seinem Körper entfernt werden.

1994 löste sich der Franzose Philippe Bouvatier auf der Etappe nach Guzet-Neige kurz vor dem Ziel aus einer Ausreißergruppe doch in einer der Schlusskurven ließ er sich durch einen wild gestikulierenden Gendarmen irritieren und bog versehentlich Richtung Presseparkplatz ab. Der an zweiter Stelle liegende Robert Millar aus Schottland folgte ihm. Lachender Dritter war der spurtschwache Italiener Massimo Ghirotto, der als Sieger über die Ziellinie fuhr.

Napoléon Paoli, rammte 1920 auf dem Weg nach Bayonne einen Esel. Der französische Radfahrer landete bei dem Zusammenprall auf dem Rücken des Tieres, das auch noch in die Richtung rannte, aus der Paoli gerade gekommen war. Weil sich der unfreiwillige Reiter so krampfhaft an dem Esel festklammerte, verletzte sich das Tier am Bein und brach zusammen. Paoli rannte zu seinem Drahtesel zurück und fuhr die Tour weiter. Allerdings taf ihn später in den Pyrenäen ein Felsbrocken direkt am Kopf und er musste wegen fast unerträglicher Schmerzen die Tour de France am Fuße des Tourmalets vorzeitig beenden.

Die Tour und den Giro d'Italia im gleichen Jahr zu gewinnen gelang bislang nur Coppi (2x), Merckx (2x), Antequil, Hinault (2x), Roche, Indurain (2x) und Pantani.

Der Spanier Miguel Indurain war der erste, der die Tour fünfmal hintereinander gewonnen hat (1991 -1995).

Seit 1903 haben nur die beiden Weltkriege die Austragung der Tour de France verhindert. Jacques Goddet, der ehemalige Cheforganisator, hat einmal gesagt: "Es ist unabdingbar, dass die Tour eine unmenschliche Seite bewahrt. Maßlosigkeit ist notwendig."

Der deutsche Tour de France Star Didi Thurau, der 1977 als jüngster Fahrer im Feld 15 Tage lang das Gelbe Trikot trug, Versaute sich hinterher seine Karriere durch die Teilnahme an zu vielen 6-Tage-Rennen.

Zwischen 1976 und 1989 erhielt der Tour Sieger auch ein Appartement in Merlin Palge im Wert von 120.000 Franc geschenkt. Alle Sieger verkauften die Immobilie umgehend, meist weit unter Preis. 1988 erhielt der Sieger auch noch einen Peugeot 405.

Gino Bartali gewann die Tour 1938 und dann noch einmal zehn Jahre später 1948. Im Krieg hatte sich der gläubige Katholik in ein Kloster zurückgeszogen (wohl, um dem Militärdienst zu umgehen). Auf seinen "Trainingsfahrten" transportierte er falsche Pässe und rettet so Hunderten von Juden das Leben.

Meilensteine der Tour

1903: Zehn Francs beträgt die Teilnahmegebühr. Der Gesamtsieger streicht 3000 Francs ein.
Im Ziel hat der Sieger Maurice Garin 2:49 Stunden Vorsprung auf den Zweiten, Rene Pottier: der größte Vorsprung in der Geschichte der Tour de France! Der letzte der 21 Fahrer, die ins Ziel kommen, liegt 64:47 Stunden hinter dem Sieger.

1904: Der Sieger Garin und die nächsten Drei des Gesamtklassements werden - allerdings erst nach Monaten - disqualifiziert: Sie sollen in Autos und sogar in Zügen Wegstrecke zurückgelegt haben. Neuer Sieger ist Henri Cornet - mit 20 Jahren bis heute noch jüngster Tour-Sieger.

1905: Es wird nur noch bei Tage gefahren, um den Betrügern den Schutz der Dunkelheit zu nehmen.
Das Klassement wird nach Punkten errechnet, nicht mehr nach Zeit: Für fünf Minuten Rückstand gibt es einen Strafpunkt.
Der Fahrer mit den wenigsten Punkten gewinnt in Paris.

1906: Der letzte Kilometer wird erstmals durch ein über die Straße gespanntes Dreieckstuch - den "Teufelslappen" - angezeigt.

1907: Neben Peugeot sind erstmals auch andere Fahrrad-Marken zum Rennen zugelassen.

1908: Lucien Petit-Breton gewinnt als erster zwei aufeinanderfolgende Frankreich-Rundfahrten.

1909: Mit dem Luxemburger Francois Faber gewinnt erstmals ein Nicht-Franzose die Tour

1910: Erstmals stehen die Pyrenäen auf dem Programm. Gustave Garrigou erhält 100 Francs Preisgeld, weil er als einziger den Tourmalet hochfährt, ohne einen Fuß abzusetzen.

1913: Rückkehr zum Zeitklassement in der Tour de France. Außerdem wird die Rundfahrt erstmals gegen den Uhrzeigersinn gefahren.

1919: Das Gelbe Trikot wird eingeführt.

1923: Zum ersten Mal dürfen die Fahrer einzelne Fahrrad-Komponenten austauschen.

Zeitgutschriften von zwei Minuten für Etappensieger werden eingeführt, um das Rennen bis zum letzten Augenblick spannend zu halten.

1924: Mit Ottavio Bottecchia (Italien) trägt erstmals ein Fahrer das Gelbe Trikot vom Start bis ins Ziel.

1926: Der Kurs ist mit 5745 Kilometern die längste Tour de France aller Zeiten. Zum ersten und bisher einzigen Mal in der Tour-Geschichte steht ein Japaner am Start.

Erstmals Tour-Start in der Provinz in Evian.

1928: Der Rahmen des Gesamtführenden Nicolas Frantz bricht auf der 19. Etappe. Der Luxemburger reagiert schnell, schwingt sich auf das (Damen-) Rad einer Zuschauerin und hechelt so die letzten 100 Kilometer ins Ziel. Obwohl er 28 Minuten verliert, bleibt er in Führung.

1930: Erstmals fährt eine Werbekolonne dem Fahrerfeld voran. Alle Fahrer müssen auf gelben Rädern starten. Für die nächsten 32 jahre starten nationalmannschaften statt Werksteams.

1932: Der Berliner Kurt Stöpel wird Zweiter im Gesamtklassement und fährt als erster Deutscher im Gelben Trikot.

1933: Der Spanier Vincente Trueba ist der erste Kletterkönig, damals wird aber noch kein gepunktetes Trikot vergeben.

1934: Kletterkönig René Vietto, wendet auf dem Portet d'Aspet in den Pyrenäen und fährt zurück, um seinem Kameraden Magne durch die Berge zu helfen.
Erstmals gibt's ein Einzelzeitfahren.

1935: Romain Maes aus Belgien übernimmt von Anfang an das Gelbe Trikot und gibt es nicht mehr ab.

Der Spanier Francesco Cepeda stirbt nach einem Sturz - der erste Tote der Tour de France.

1937: Der Franzose Roger Lapébie ist der erste Sieger mit einer Gangschaltung.

1939: Um die Tour interessanter zu machen, wird pro Etappe jeweils der letztplatzierte Fahrer des Gesamtklassements aus dem Rennen genommen.

1947: Erstmals wird ein zweites Kettenblatt vorne eingesetzt.

1953: Das Grüne Trikot des punktbesten Fahrers erlebt seine Premiere. Der Schweizer Fritz Schaer ist der erste Gewinner.  

1954: Die Tour de France startete zum ersten Mal im Ausland -in Amsterdam.

1962: Die Tour de France wird erstmals seit 1929 wieder mit Marken-Teams statt National- und Regionalmannschaften bestritten.

1964 Rudi Altig erobert das Gelbe Trikot just, als die Tour in Freiburg im Breisgau Station macht.

1967: Tom Simpsons Tod auf dem Mont Ventoux überschattet die Tour. Statt Marken- starten nun wieder Nationalteams.

Der Prolog, ein kurzes Einzelzeitfahren, wird erstmals zu Beginn der Tour ausgetragen.

1969: DerBelgier Eddy Merckx gewinnt bei seiner ersten Tour de France das Gesamtklassement mit fast 18 Minuten Vorsprung, holt sich das Grüne Trikot des Punktbesten und auch noch den Preis des Bergkönigs.

1974: Eddy Merckx schafft seinen fünften Tour-de-France-Sieg.

1975: Erstmals endet die Tour auf den Champs Elysées.

Das Weiße Trikot des besten Jungprofis unter 25 Jahren wird eingeführt.

1977: Dietrich Thurau dominiert die Tour de France, gewinnt sie aber nicht. Bei seiner ersten Teilnahme fährt der Deutsche zwei Wochen im Gelben Trikot und beendet vier Etappen als Sieger. Am Ende wird er Fünfter.

1983: Kolumbianische Amateure nehmen erstmals an der Tour de France teil.

1985: Klickpedale und aerodynamische Scheibenräder werden bei den Zeitfahren werden erstmals eingesetzt.

1986 Greg LeMond ist der erste US-amerikanische Tour-Sieger.

1992: Sprechfunk-Verbindung zwischen Fahrern und Sportlichen Leitern führt das amerikanische Motorola-Team ein.

1993: "L'Étape du tour", ein Hobby-Rennen auf Spuren der Profis über eine komplette Etappe der Frankreich-Rundfahrt wird erstmals von mehreren tausend Enthusiasten unter die Räder genommen.

1996: Bjarne Riis schafft den Tour-Triumph für das Team Telekom. Jan Ullrich sein Team-Kollege wird Zweiter.

1997: Jan Ullrich dominiert die Tour und gewinnt sie als erster Deutscher.

1999: Lance Armstrong gewinnt die Tour mit einer neuen Rekord-Durchschnittsgeschwindigkeit von 40,276 km/h.

2001: Erik Zabel holt als erster und einziger Fahrer in der Tour-Geschichte sechs Grüne Trikots hintereinander.

2004: Lance Armstrong gewinnt die Tour zum sechsten Mal in Folge.

Tour-Kommentare entschlüsselt

Was die Team-Manager sagen - und was sie wirklich meinen

Im Endspurt konnte Ivan Basso nach der anstrengenden Etappe nichts mehr zulegen. (bends saufen wie ein Loch, aber zum Schluss keine Puste mehr haben ... der Warmduscher)

Die Trainingsrückkstande wurden uns heute zum Verhängnis. (Wenn die faule Ratte noch einmal blau macht fliegt er raus).

Lance Armstrong erwies sich heute einfach als der zähere Bergfahrer (Ulle ist gefahren wie ein Mädchen.)

Es ist viel zu riskant, mit zu hoher Geschwindigkeit durch die Zuschauerspaliere zu fahren. (Wenn ich den verantwortlichen Penner von der Organisation zu greifen kriege reiß ich ihm die E... ab. und jetzt kriegt der Feigling O'Grady einen Einlauf der sich gewaschen hat)

Die Fahrer müssen ein hochempfindliches Elektrolytgleichgewicht in ihrem Körper aufrecht erhalten, bei solch extremen Temperaturen klappt das nicht immer. ("Unterzuckert", was für ein Gewäsch, den Berg wäre meine einarmige Oma im Rollstuhl schneller hochgefahren.)

Ab und an gilt es den Fahrer durch sensible Zusprache zu motivieren. (Quäl' dich du Sau!)

Bei solch schnellen Abfahrten muss der Fahrer nicht zuletzt auch an seine Sicherheit denken. (Dann stirb halt, aber fass die Bremse nicht an.)

Das sind eben die Gesetze der Tour. (Dazu fällt mir jetzt auch nix mehr ein.)

Zwei kurze Zitate:

"Mit Zuckerwasser kann man nicht gewinnen." - Didi Thurau

"Wir sind keine Sportler, wir sind Profis!" - Rudi Altig

Zahlen

Im Sprint erreichen Radprofis bis zu 70 km/h.

Ein Fahrer leiset auf einer durchschnittlichen Etappe 230 Watt. Wenn er Ausreisversuche etc. einbaut noch einiges mehr.

Ein Büroangestellter verbraucht täglich 2200 kcal ein Tourteilnehmer rund 9000 kcal.

Der Büroathlet hat einen Ruhepuls von 65 Schlägen ein austrainierter Radler liegt bei 30 Schlägen.

Rekorde

Die meisten Etappensiege (Einzelwertung)
 
34 Eddy Merckx Belgien
28 Bernard Hinault Frankreich
25 Andre Leducq Frankreich

 

1976 gewann F. Maertens aus Belgien 8 Etappen, aber nicht die Gesamtwertung.

Joep Zoetemelk ist mit 16 Teilnahmen der fleißigste Tour-Radler. Er ist jedesmal ins Ziel gekommen, dabei 12 mal unter den ersten 10.


Die langsamste Tour war die von 1919 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 24,056km/h.

Die schnellste Tour wurde 2003 gefahren Durchschnittsgeschwindigkeit 40,956km/h


Die knappsten Tour-Siege  

   

Abstand (in Sek.) Jahr Fahrer
8 1989 Greg Lemond (USA) vor Laurent Fignon (FRA)
38 1968 Jan Janssen (NED) vor Herman van Springel (BEL)
40 1987 Stephen Roche (IRL) vor Pedro Delgado (ESP)


   
Die klarsten Siege
   

Abstand (in h:min:sek) Jahr Fahrer
2:59:21 1903 Maurice Garin (FRA) vor Lucien Pothier (FRA)
2:16:14 1904 Henri Cornet (FRA) vor Jean-B Dortignacq (FRA)
1:48:21 1927 Nicolas Frantz (LUX) vor Maurice Dewaele (BEL)

 

Wer darf bei der Tour de France mitfahren?
Die Startplätze bei der Tour sind natürlich bei allen Profi-Radsportteams heiß begehrt. Oft schon mussten Mannschaften zumachen, die die Qualifikation zu diesem wichtigsten Radrennen der Welt nicht geschafft hatten.

Automatisch qualifiziert für die Tour de France sind zunächst die ersten zehn Teams der Weltrangliste, zusätzlich die Mannschaft des letzten Toursiegers, der Rennstall, der den Team-Weltcup gewann und die jeweiligen Vorjahressieger der Teamwertungen von Tour, Giro d'Italia und Vuelta (Spanienrundfahrt).
Demnach stehen bereits 16 der voraussichtlich Mannschaften, die an der nächsten Tour de France teilnehmen, fest. Diese Teams müssen allerdings auch noch die Voraussetzungen für eine UCI-Lizenz erfüllen und eine solche für das laufende Jahr bekommen.

Weitere Teams werden von den Tour-Organisatoren in freier Entscheidung eingeladen.

Diese UCI-Weltranglisten Punkte werden für Siege und gute Platzierungen der einzelnen Fahrer verteilt. Punkte bleiben nur für 12 Monate auf dem "Konto" des Fahrers.
Punkte, die bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen gewonnen werden, fließen aber nicht in die Team-Wertung ein, da hier ja für nationale Interessen gestartet wird. Die Berechnung der Team-Punkte ist alledings eine mittlere Wissenschaft


Was gibt es für Besonderheiten bei der Zeitnahme?
Im Ziel erhalten alle Fahrer eines Feldes die selbe Endzeit. Als kleinste Zeiteinheit zählen Sekunden. Außer beim Zeitfahren, da werden auch Hundertstelsekunden gemessen. Die Zeitfahrhunderstel dienen gegebenenfalls dazu, bei sonst gleichen Zeiten eine Reihenfolge zu ermittelt.

Beim Mannschaftszeitfahren wird beim fünften Fahrer eines Teams die Zeit genommen. Sie gilt dann für das gesamte Team, sofern alle Fahrer gemeinsam das Ziel erreichen. Fahrer, die hinter die ersten Fünf ihrer Mannschaft zurückgefallen sind, erhalten ihre persönliche Fahrzeit.

Bei auf den letzten drei Kilometern eindeutig festgestellten Stürzen, Reifen- bzw. mechanischen Pannen wird den betroffenen Fahrern die gleiche Zeit gutgeschrieben wie jenen Fahrern, die zum Zeitpunkt des Sturzes bzw. der Panne neben ihnen fuhren. Sie werden in der Wertung so berücksichtigt, als wenn sie tatsächlich die Ziellinie überfahren hätten. Erreicht ein Fahrer infolge Sturzeinwirkung nicht mehr die Ziellinie, kommt er als Etappenletzter in die Wertung.

Zeitgutschriften
Zeitgutschriften gibt es bei allen Etappen, außer dem Prolog und den Einzel- und Mannschafts-Zeitfahren. Im Ziel gibt es 20, 12 und 8 Sekunden als Gutschrift für die ersten drei Fahrer.

Bei den Zwischensprints werden 6, 4 oder 2 Sekunden für die ersten drei Fahrer verteilt. Diese Zeitgutschriften werden den entsprechenden Fahrern im Gesamtklassement angerechnet.

Zeitlimits
Bei allen Zielankünften gilt ein bestimmtes Zeitlimit, das die Fahrer nicht überschreiten dürfen, da ihnen sonst der Ausschluss vom Rennen droht. Spazierenfahren ist also auf keiner einzigen Etappe angesagt. Es sei denn, alle machen mit.

Im Normalfall wird zur Errechnung des Zeitlimits neben der Siegerzeit, der Durchschnittsgeschwindigkeit des Ersten und dem jeweiligen Rückstand eines Fahrers auf den Tagessieger der Etappen-Koeffizient herangezogen, der je nach Etappe zwischen 1 und 7 liegt.

Aufgrund besonderer Umstände (Wetterbedingungen, Unfall, schwerwiegende Ereignisse, etc.) können die Zeitlimits von der Rennleitung modifiziert werden. Beträgt der prozentuale Anteil der verspäteten Fahrer mehr als 20%, können die Zeitlimits von der Jury angehoben werden. Daher schließen sich auf schweren Bergetappen gerne die Sprinter und Helfer zum sogenannten „Gruppetto“ zusammen. Haben sich genug Mitfahrer gefunden, verzichtet die Rennleitung in der Regel auf den Ausschluss der Fahrer, auch wenn sie hinter dem Zeitlimit liegen.

Was für Klassements gibt es bei der Tour?
Das Rennen wird in folgende Klassements eingeteilt:
1. Klassement nach Zeit (Gelbes Trikot)
2. Klassement nach Punkten (Grünes Trikot)
3. Klassement des besten Bergfahrers (Rot-Weiß-gepunktetes Trikot)
4. Klassement des besten Neuprofis (Weißes Trikot)
5. Klassement der Mannschaften
6. Klassement des kämpferischsten Fahrers (Rote Trikot-Nummer)

1. Das Gesamtklassement nach Zeit
Hier zählt die Gesamtfahrzeit jedes einzelnen Fahrers, wobei Zeit-Gutschriften oder -Strafen mitberechnet werden.
Im unwahrscheinlichen Fall der Zeitgleichheit werden die Hundertstelsekunden aus der Messung der Einzelzeitfahren zur Ermittlung des Führenden hinzugenommen.

2. Die Punktewertung (Sprintwertung)
Bei der Sprintwertung werden die bei allen Etappen im Ziel erreichten Punkte addiert, zuzüglich der Punkte, die der Fahrer bei den Zwischensprints erreicht hat.
Es gilt folgender Schlüssel:
Flachetappen: 35, 30, 26, 24, 22, 20, 19, 18, 17, ... bis 1 Punkte für die ersten 25 Fahrer
Mittlere Schwierigkeit: 25, 22, 20, 18, 16, 15, 14, 13, ... bis 1 Punkte für die ersten 20 Fahrer
Schwere Bergetappen: 20, 17, 15, 13, 12, 10, 9, ... bis 1 Punkte für die ersten 15 Fahrer
Prolog, Einzelzeitfahren: 15, 12, 10, 8, 6, 5, ... bis 1 Punkte für die ersten 10 Fahrer
Zwischensprints: 6, 4 und 2 Punkte für die ersten 3 Fahrer

Bei Gleichstand wird der Führende der Punktwertung durch die Anzahl seiner Etappensiege ermittelt. Hilft das nicht, so werden die Siege bei den Zwischensprint hinzugezogen. Ist auch dann noch kein Unterschied auszumachen, entscheidet die Platzierung im Gesamtklassement

3. Die Bergwertung
Diese Wertung setzt sich aus den Punkten für Berge unterschiedlicher Kategorien zusammen (egal, ob im Ziel oder auf der Strecke):
"Ehrenkategorie" 40, 35, 30, 26, 22, 18, 16, 14, 12, 10, 8, 6, 4, 2, 1 Punkte für die ersten 15 Fahrer
1. Kategorie 30, 26, 22, 18, 14, 12, 10, 8, 6, 4, 2, 1 Punkte für die ersten 12 Fahrer
2. Kategorie 20, 15, 12, 10, 8, 6, 4, 3, 2, 1 Punkte für die ersten 10 Fahrer
3. Kategorie 10, 7, 5, 3, 1 Punkte für die ersten 5 Fahrer
4. Kategorie 5, 3, 1 Punkte für die ersten 3 Fahrer

45. Das Mannschafts-Klassement
Die Zeiten der drei besten Fahrer eines Teams (gemäß Tagesklassement) werden zusammengezählt und die Werte der verschiedenen Etappen addiert. Aus dieser Summe ergibt sich das Mannschaftsklassement.

Besteht eine Mannschaft aus weniger als drei Fahrern, so wird sie aus dieser Wertung gestrichen.

Die siegreiche Mannschaft wird automatisch zur nächsten Tour eingeladen.

6. Wertung für den kämpferischsten Fahrer
Diese Wertung ehrt den engagiertesten und sportlichsten Fahrer. Sie wird nur bei "normalen" Etappen (also nicht bei Einzel- und Mannschafts-Zeitfahren, Prolog) ermittelt und von der Rennleitung, festgelegt. Feste Punktzahlen gibt es in dieser Wertung nicht.


Was ist der "belgische Kreisel"
Das ist eine in Belgien entwickelte Technik für das Fahren bei Seiten und Gegenwind. Die Fahrer lösen sich regelmäßig bei der Führungsarbeit ab und kommen so nacheinander in den Genuss des Kraft sparenden Windschattens. Der führende Fahrer lässt sich, wenn er merkt, das seine Kraft nachlässt, nach hinten fallen und kann so regenerieren. Mit dieser Technik kann eine Fahrergruppe hohe Geschwindigkeiten wesentlich länger durchhalten, als es ein einzelner Fahrer könnte. Im "belgischen Kreisel" fahren die Radler in zwei Reihen eng nebeneinander.

Warum fahren die Jungs bei der Tour manchmal so seltsam schräg über die Straße verteilt?
Diese Fahrtechnik nennt sich "Windkante". Es ist die optimale Annordnung der Fahrer bei Seitenwind. Wie auch beim "belgischen Kreisel" lösen sich die Fahrer auch beim "Kante fahren" in der Führungsarbeit ab. Am besten sind Positionen im vorderen Teil des Feldes, da man dort nicht so leicht in Stürze verwickelt wird.

Was ist der "Hämatokritwert"?
Er gibt den Anteil der Roten Blutkörperchen im Blut an. Steigt automatisch bei jedem Menschen in der Höhe an, kann aber durch Zugabe von Erythropoietin (EPO) künstlich angehoben werden. Ein Hämatokrit-Wert ab 50% führt im Radsport zum Ausschluss vom Wettkampf, da eine gesundheitliche Gefährdung nicht ausgeschlossen werden kann. Anschließend erfolgt die Ursachenforschung...manche Menschen haben allerdings von Natur aus erhöhte Werte.

Was ist die "Flamme Rouge"
Das ist das dreieckige rote Tuch, das zur Kennzeichnung des letzten Kilometers einer Etappe über der Straße aufgehängt wird. Im Volksmund auch als "Teufelslappen" bezeichnet.

Wie bekommt man einen "Hungerast"?
Der Hungerast ist ein plötzlicher Energieverlust des Körpers wegen zu später oder nicht ausreichender Nahrungsaufnahme. "Essen bevor der Hunger kommt" lautet daher eine ganz wichtige Devise für Radfahrer. Ein Hungerast kostete Jan Ullrich die Tour 1998 gegen Marco Pantani.

 

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