Sommerzeit
Während der Sommerzeit gehen die Uhren anders. Sie werden bei
uns im Frühjahr eine Stunde vorgestellt und im Herbst wieder
zurückgestellt. Ausschlafen, weil einem die gestohlene Stunde
wieder zurückgegeben wird, kann man also im Herbst.
Genauer: Am letzten Sonntag im März werden die Uhren vor- und
am letzten Oktobersonntag zurückgestellt.
Auf englisch gibt es die schöne Eselsbrücke Spring
forward, Fall back. (Spring bedeutet auch Frühling
und Fall bedeutet im amerikanischen Englisch Herbst.)
Auf deutsch geht es besser mit der Straßencafé-Eselsbrücke:
Im Frühjahr kommen die Stühle vors Lokal, im Herbst zurück
ins Lager.
In den Jahren 1947 bis 1949 wurde die Uhr zwischen Mai und Juni
in Deutschland sogar um zwei Stunden vorgestellt.
Die Sommerzeit ist aber älter. Sie wurde zum ersten Mal weltweit
am 30. April 1916, während des Ersten Weltkrieges, in Deutschland
eingeführt. Die Idee dazu stammte allerdings aus Irland.
Bis 1940 gab es in Deutschland keine Sommerzeit.
Unsere Sommerzeit gibt es seit 1980. Damals wurde sie in der der
Europäischen Gemeinschaft eingeführt. Die Jahre zuvor
war in Frankreich Sommerzeit. 1981 zog auch die Schweiz nach, denn
alle sie umgebenden Länder hatten die Sommerzeit. Wer damals
aus Deutschland zum Arbeiten in die Schweiz fuhr machte eine kleine
Zeitreise. Fuhr man um 9 Uhr los und war eine halbe Stunde später
in der Schweiz, dann war es nicht halb zehn, sondern halb neun.
Fuhr man dann nach acht Stunden arbeiten um 16.30 Uhr wieder heim,
kam man nicht um 17 Uhr zuhause an, sondern um 18 Uhr.
Seit dem 19. Januar 2001, mit der Neunten Richtlinie des Europäischen
Parlaments, gilt die Sommerzeitregelung in der EU unbefristet
Die Europäischen Kommission untersuchte im Jahr 2000 die Auswirkungen
der Sommerzeit und ermittelte Vor- und Nachteile.
Untersuchungen zum Energieverbrauch ergaben, dass nur ein halbes
Prozent Energie weniger verbraucht wird. Der gesenkte Stromverbrauch
in Deutschland wird durch mehr Freizeitaktivitäten - beispielsweise
Autofahren und mehr Sport - wieder ausgeglichen. Und im Frühjahr
muss mehr geheizt werden.
In Österreich hat Greenpeace nochmal nachgerechnet, demzufolge
spart man dort dank der Sommerzeit schätzungsweise 160 GWh
(Gigawattstunden) ein. Umgerechnet in Kohlendioxid, dass man ja
wegen seines Einflusses auf den Klimawandel gerne einsparen möchte,
sind das 80.000 Tonnen weniger. Allerdings sei es fünfmal besser,
wenn man auf Energiesparlampen umsteigt.
Ernsthafte Gesundheitsbeeinträchtigungen durch die Sommerzeit
konnten nicht festgestellt werden. Aber die Ärzte haben zehn
Prozent mehr Patienten.
Ein St. Petersburger Astronom hat allerdings festgestellt,
dass es in der Stadt 75 % mehr Herzinfarkte gegeben hat. Und die
Zeugungsfähigkeit der Russen sei auch gesunken.
Die Sommerzeit pfuscht sicherlich in unsere innere Uhr hinein. Aber
vermutlich nicht so gravierend wie man es nach langen Flugreisen
mit der sogenannten Jetlag erlebt. Die innere Uhr wird hauptsächlich
durch das Tageslicht immer wieder nachjustiert. Was natürlich
bei uns Menschen mit unseren Lampen und Weckern und Nachtschichten
nicht immer so gut klappt. Der Einfluss durch das Stündchen
Sommerzeit wird daher nicht so riesig sein. Eher werden sich die
Menschen daran stören, dass die Entscheidung zur Sommerzeit
von oben kommt.
Tierschützer befürchten, dass am Straßenrand äsende
Wildtiere im Frühjahr durch den früheren Berufsverkehr
gefährdet werden.
In den USA begann 2007 die Sommerzeit (auf Englisch daylight
saving time) drei Wochen früher. Der Kongress hofft,
etwas mehr Energie zu sparen. Aber das Energieministerium rechnet
nur mit jährlichen Einsparungen im Promillebereich.
Aber die US-Bundesstaaten müssen nicht mitmachen. Im Bundesstaat
Arizona gibt es deswegen keine Sommerzeit, aber die Navajo-Indianer
stellen in ihren Reservaten in Arizona die Uhren um. Jedoch die
Hopi-Indianer, deren Reservat vom Navajo-Reservat umgeben ist, die
machen bei der Sommerzeit mit.
Karlheinz Geißler, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für
Zeitpolitik, sieht die Sommerzeit positiv, weil man so daran erinnert
werde, dass jetzt der Frühling anfange. Was bei uns durch die
vom Tageslicht entkoppelten Arbeitszeiten und Freizeitgewohnheiten
eher ein Vorteil sei.
Die Sommerzeit wird in Deutschland bis auf weiteres bleiben. Die
Bundesregierung erklärte 2005 auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion,
daß eine einheitliche Uhrzeit wichtig für den harmonisierten
europäischen Binnenmarkt sei. Also EU-weit oder gar nicht.
Nächste Woche geht es weiter mit dem Fotoworkshop. Das
Thema: "Grundlagen der Bildgestaltung.
In den nächsten Wochen habe ich vor, weitere Artikel zum Thema
Fotografie -Tipps, Tricks, Bildbearbeitung, Reisefotografie
etc. zu veröffentlichen.
Vorab möchte ich gerne anbieten, mir fragen
zu Stellen, oder Themenwünsche zu äußern, damit
ich im Rahmen der Artikel darauf eingehen kann. Einfach eine Mail
an post@ besserwisserseite.de schicken.

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